Genuss

Bildung & Urlaub

Bildungsurlaub heißt, sich von der Arbeit freistellen lassen können, um an einer anerkannten Weiterbildung teilzunehmen, und das bei fortlaufender Lohnzahlung. Rechtanspruch haben alle, die angestellt sind bzw. in einem arbeitnehmerähnlichen Beschäftigungsverhältnis stehen. Alles, was im Sinne des BiUrlG anerkannt ist und der politischen und/oder beruflichen Weiterbildung dient ist möglich Die Kosten müssen eigenständig getragen werden. Der Bildungsurlaub beträgt bei Vollzeitbeschäftigung zehn Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren. Bei Teilzeitbeschäftigung verringert sich der Anspruch. Der Bildungsurlaub darf nur abgelehnt werden, wenn zwingende betriebliche Belange oder Urlaubsansprüche anderer Beschäftigter, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang haben, vorliegen. Es ist nicht ausschlaggebend, wo die Bildungsmaßnahme stattfindet oder wo die veranstaltende Bildungseinrichtung ihren Sitz hat. Maßgeblich ist, dass die Bildungsveranstaltung im Sinne des BiUrlG anerkannt ist. Ausführliche Informationen können hier  nachgelesen werden. Ähnliche Voraussetzungen und Bedingungen haben auch die anderen Bundesländer.

Beim Stöbern auf http://www.bildungsurlaub.de/home.html bin ich auf ein Seminar auf Kreta aufmerksam geworden mit dem Arbeitstitel

fit for work – fit for life: Ernährung, Bewegung und Entspannung als Grundlagen der Gesundheit und des beruflichen Leistungsvermögens.

Ich war sofort begeistert und habe alles gebucht. Natürlich spielte der Ort eine entscheidende Rolle. Ich liebe diese Insel in all ihrer Schroffheit und dem griechischen Unperfektionismus.

Der Tag begann um 8:30 mit einem gesunden Frühstück in Form einer großen dampfenden Schüssel mit Porridge. Dazu verschiedene (Trocken-) Früchte, Saaten, Kerne und Honig. Obst, Gemüse, Käse und Omelette. Nach dieser Stärkung folgten vier Stunden Unterricht, meist in Gruppenarbeit. Da es noch sehr schön warm war, saßen wir fast immer draußen. Nach einem ausgewogenen Mittag war individuelle Freizeit angesagt. Besonders das Baden im Mittelmeer ist mir in wundervoller Erinnerung geblieben. Um 18:00 trafen wir uns erneut zum Seminar für zwei Stunden und gegen 20:00 gab es wieder ein ganz tolles gemeinsames Abendbrot. Die Mittelmeerdiät, auch Kreta Diät genannt, ist eine Ernährungsform, die auf die „Sieben Länder Studie“ von 1958 zurückgeht. Diese Studie erforschte den Zusammenhang von Ernährung, Risikofaktoren und Erkrankung. Eine Beobachtung war, dass die Menschen auf Kreta eine besonders hohe Lebenserwartung hatten und selten unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten. Daraus wurde geschlossen, dass das Essen rund ums Mittelmeer besonders gesund ist. Die Mittelmeerdiät besteht aus einer Mischkost aus frischem Obst und Gemüse, viel Fisch und wenig rotem Fleisch. Für die Zubereitung wird sehr viel Olivenöl verwendet und es darf ein Glas Rotwein am Tag getrunken werden. Ob diese Ernährungsform tatsächlich zu einem längeren Leben verhilft, ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

http://www.akrimios-orizon.com/

An einigen Tagen machten wir auch eine Exkursion zu den in der Nähe gelegenen Ausgrabungsstätten oder in die Stadt Chania. Schnell wurde man sich in der Gruppe vertraut und trank am Abend das ein oder andere Getränk 😉 zusammen. Gerade der Austausch mit den anderen TeilnemerInnen war sehr bereichernd, alle arbeiteten in anspruchsvollen und fordernden Berufen, wo die gesunde Ernährung doch manchmal zu kurz kommt und der Stresspegel hoch ist. Alles in allem war es eine sehr lockere und entspannte Atmosphäre und es ging nicht zu wie in der Schule.

Mich hat diese Woche Bildungsurlaub auf Kreta beeindruckt, bereichert und meinen Horizont erweitert. Ich habe neue Aspekte der gesunden Ernährung hinzugelernt aber auch gemerkt, dass ich viele gesundheitsfördernde Maßnahmen bereits fest in meinen Alltag integriert habe.

Ich kann es nur empfehlen und jedem/r raten: nehmt diese Möglichkeit wahr.

Katja

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