dance dance dance – Interview mit Tobias Wozniak Perspektive Tanz

dance dance dance – Interview mit Tobias Wozniak Perspektive Tanz

Dance dance dance the pain away!

Tobias Wozniak bringt mit seinem Projekt Perspektive Tanz Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen mit/nach einer Krebserkrankung das Tanzen bei und hiermit Spaß und Kondition zurück! Wir finden das toll und haben ihn interviewt!

Was ist das Besondere an dem Projekt Perspektive Tanz?

Das besondere für mich ist das die Betroffenen Teilnehmer ein Hobbie/Freizeitaktivität MIT ihrem Lebenspartner ausüben. Dabei können beide sich nochmal ganz anders in den Partner reinversetzten, verstehen und ggf. helfen. Vorher war die Partnerschaft/Freundschaft durch die Krankheit vielleicht gelähmt/erfroren und als nicht betroffene(r) Partnerin/Partner fühlte man sich vielleicht hilflos und machtlos. Durch das tanzen können viele Partner wieder zueinander finden und sich gegenseitig unterstützen und wenn es erstmal nur beim Tanzschritte erlernen ist.

 

Wann wurde das Tanzangebot begründet und mit welcher Motivation ins Leben gerufen?

Wie sind Sie dazu gekommen?

Die Motivation war, ein kostenfreies Bewegungsangebot für Krebspatienten zu schaffen. Das Projekt wurde von Frau Prof. Dr. Hübner angestoßen, sie selbst hat im Tanzen ihr passioniertes Hobbie gefunden. Tanzen tut ihr gut und ich habe noch niemanden getroffen, dem das nicht so geht. Warum also nicht ein regelmäßiges Tanzangebot für Menschen mit einer Krebserkrankung schaffen und kostenfrei anbieten. Gerade wo viele Patienten schon viel Geld für Therapien und Medikamente ausgeben müssen. Mitte 2015 hat Frau Prof. Dr. Hübner mich dann als Tanzlehrer entdeckt und die Idee und Herausforderung ist auch auf mich übergesprungen. Im April 2016 haben wir, Frau Prof. Dr. Hübner, Frau Dr. Rudolph und ich dann das Projekt ins Leben gerufen.

 

Dass Bewegung und Sport sich positiv bei Krebserkrankungen auswirkt ist kein Geheimnis.

Was ist das Besondere am Tanzen im Gegensatz zu anderen körperlichen Betätigungen?

Wo kann der zusätzliche Gewinn für Ihre Teilnehmer*innen liegen?

Das schöne beim Tanzen ist, dass die Punkte Spaß, Ausdauer, Kraft und Koordination ineinander verschmelzen und die Teilnehmer durch das Erlebnis gar nicht merken, dass ihre Ausdauer und Koordination geschult wird.

Auch der Kontakt mit dem Partner und der Austausch mit der Gruppe fördert diese Faktoren.

 

An wen richtet sich das Angebot, welche Altersgruppen sind anzutreffen?

Welche Tänze werden getanzt?

An alle Menschen mit einer Krebserkrankung vor, während oder nach einer Therapie.

Zwischen  25-85Jahren, ist alles dabei.

Wir tanzen Gesellschaftstanz, also Standard und Latein – von Walzer über Cha Cha Cha bis Foxtrott und der eine oder andere Line Dance ist auch dabei.

 

Wann und wo  finden die Tanzkurse statt und was sind die Kosten?

Muss man einen Tanzpartner mitbringen?

Unsere Tanzkurse finden in der

Kath. Pfarrgemeide St. Laurentius (Berlin-Mitte)
Klopstockstraße 31, 10557 Berlin

Einen Partner muss man nicht mitbringen.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Finanzierung für dieses Jahr ist halbwegs sicher. Wir sind trotzdem ständig auf der Suche nach Föderungen z.b. durch Stiftungen, Krankenkassen oder auch Spendern.

 

Welchen persönlichen Gewinn haben Sie von der Durchführung der Kurse?

Wie gehen Sie mit den verschiedenen Schicksalen der an Krebs erkrankten Menschen um, die zu Ihnen kommen?

Ich lerne unheimlich viel von den Menschen, die mit ihrer Krankheit aus den verschiedensten Lebenssituationen gerissen werden. Unglaublich tolle Menschen mit starken Charakteren. Da kann ich mir eine Scheibe abschneiden.

Ihre Schicksale liegen nicht in meinen Händen, aber ich möchte, dass sie nach 90min. Tanzkurs raus in die laue Frühlingsluft gehen und sich gut fühlen, ihren Körper spüren, lachen und scherzen, ihren Partner küssen und sich ihres Lebens erfreuen.

 

Und zu guter Letzt, haben Sie für unsere Leser*innen einen Leitspruch, ein Motto oder einen Tip?

Ich tanze, also bin ich – Tanzen ist begeisternde Lebensfreude!

 

Ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview und wünsche Ihnen auf keinen Fall Hals- und Beinbruch, sondern weiterhin soviel  Energie und Freude beim Tanzen.

Ich bedanke mich auch ganz herzlich und wünsche Ihnen dreien auch alles Gute und viele tänzerische Momente im Leben!

Tobias Wozniak

 

Vielleicht habt Ihr auch Lust bekommen, mal das Tanzbein zu schwingen.

Weiterführende Informationen findet Ihr hier.

PS – Titelbild by Ardian Lumi on Unsplash