Genuss

Die Kaffeetanten von berlinelles

Kaffee und Krebs – gut oder schlecht?

Diese Frage haben wir uns zu Beginn unserer Chemotherapie gestellt. Vor der Diagnose waren wir leidenschaftliche Kaffeetrinkerinnen und sind, soviel sei schon verraten, es wieder geworden. Wir lieben dieses anregende Getränk und die Kultur um dessen Zubereitung und den Genuss.

Damals fragten wir uns, ob Kaffee für uns schädlich ist. Die Chemoschwestern sagten uns, ein bis zwei Tassen wäre gerade noch so ok. Grüner Tee wäre natürlich viel besser. Hmm, aber gerade in dieser Zeit waren Rituale aus dem „alten“ Leben wie der morgendliche Kaffeegenuss für uns von großer Bedeutung. Wir fühlten uns verunsichert…

Studien zeigen,  Kaffee ist kein Risikofaktor für die meisten Krebsarten. Natürlich gilt auch hier der maßvolle Genuss. Im Juni 2016 kam sogar eine  offizielle „Entwarnung“ von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC): Ein Krebsrisiko durch Kaffee kann ausgeschlossen werden. Nur zu heiß sollte man ihn nicht trinken, um die Schleimhäute in Mund und Speiseröhre zu schonen. Gerade während einer Chemotherapie sind diese besonders angegriffen.

Kaffee bietet angeblich sogar mehr Schutz als Risiko. Auf der Seite vom Krebsinformationsdienst ist nachzulesen, dass Kaffee zum Schutz vor Prostatakrebs, Leberkrebs, Nierenkrebs, Hautkrebs, Darmkrebs  und sogar Brustkrebs beitragen kann. Voraussetzung ist ein maßvoller Konsum. Weitere Forschungsergebnisse und Langzeitstudien sind allerdings noch erforderlich.

 

Ein wirklich guter Kaffee sollte langsam und auf niedrigen Temperaturen geröstet werden, damit sich die Kaffeearomen voll entfalten können und die Bohne nicht verbrannt, sondern angemessen geröstet wird. Aber langsames Rösten bedeutet auch mehr an Arbeitszeit und höhere Energiekosten. Deswegen rösten viele Industrieröstereien lieber stark und kurz, statt schonend und langsam. Dabei werden die Kaffeebohnen bei 400° Celsius knappe zwei Minuten stark angeröstet. Und genau dann, je kürzer und heftiger Lebensmittel erhitzt werden, können gefährliche Acrylamide entstehen, die krebsauslösend sein können.  Deswegen ist es wertvoller, nicht zu sparen und etwas mehr Geld für ein gutes Produkt auszugeben. Es gibt inzwischen viele kleine Röstereien, die mit viel Respekt vor dem Produkt, eine hervorragende Qualität anbieten.

Generell gilt natürlich ein ganzheitlicher gesundheitsfördernder Ansatz. Neben dem Kaffee sollten ausreichend neutrale Flüssigkeit in Form von Wasser, Tee oder Saftschorlen zu sich genommen werden. Und auch eine gesunde Ernährung und sportliche Betätigung  trägt bekannter Weise dazu bei, dass Krebsrisiko zu senken. Über die Zigarette zum Kaffee brauchen wir hier gar nicht erst zu reden.

Am wichtigsten ist es aber, dass man/frau glücklich mit sich ist und sich die Fähigkeit bewahrt, schöne Momente zu genießen. Und wenn dazu eine gute Tasse Kaffee und sogar ein Stück Kuchen und Torte gehört, dann soll es so sein!!

In diesem Sinne gönnt Euch ein Tässchen oder auch zwei…

Katja

 

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