grün & wild

grün & wild

Jetzt ist es zum Glück wieder soweit. Die Natur ist erwacht und alles wächst, blüht und gedeiht. Ich find,  dass es jedes Jahr wieder wie ein Wunder ist, wenn die Pflanzen austreiben und sich verwandeln. Erst mit einem zarten Grün, welches mit der Zeit immer voller und kräftiger wird.

Und auch unsere Lebensgeister werden wieder aktiv und lassen uns raus  in die Natur strömen. Ein guter Zeitpunkt, um Kräuter und Heilpflanzen zu sammeln. Besonders im frühen Stadium sind sie sehr schmackhaft und geben uns mit ihrer geballten Pflanzenpower eine extra Portion Nähstoffe  und Energie. Ihre Wirkung ist vielfältig und bekanntlich wächst gegen jede Krankheit ein Kraut.

Während der Zeit meiner Chemotherapie habe ich mich bei der Volkshochschule für einen Kräuterwanderkurs angemeldet und immer mehr Interesse für dieses Thema entwickelt. Mich hat fasziniert, dass diese Superfoods praktisch vor der Haustür wachsen. Regelmäßig besuche ich immer noch Kräuterführungen, z.B. im Botanischen Volkspark Blankenfelde/Pankow oder auf dem Friedhof. Oh ja, keine Scheu – dort gibt es eine unendliche Fülle von Grünzeug und das ohne Hundepipi 😉

Bei meinen Joggingrunden sammle ich eine Handvoll Kräuter und bereite daraus einen Smoothie zu. Dazu diese gründlich waschen und im Mixer/Blender mit Obst oder Gemüse nach Belieben und Vorhandensein  pürieren. Die Bitterkeit kann mit Honig, Agavensirup oder der Zugabe einer Medjool-Dattel abgemildert werden. Als Flüssigkeit können die verschiedensten veganen Pflanzendrinks, Milchprodukte oder einfach nur Wasser zugegen werden. Eine Limette gibt zusätzlich frisches Aroma.

Exemplarisch möchte ich Euch drei bekannte Kräuter und ihre Wirkungen vorstellen:

Die Brennnessel ist für viele ein Unkraut oder ärgerlich durch die brennenden Nesseln. Die beiden letzten oberen Triebe brennen nicht und können gepflückt werden, am besten noch vor der Blüte.  Dass die Brennnessel eine wichtige Heilpflanze mit breitem Wirkungsspektrum ist, wissen noch viel zu wenige. Die Blätter wirken leicht harntreibend, schmerzstillend und entzündungshemmend.   Einige Inhaltsstoffe können entzündliche Vorgänge im Gewebe hemmen, andere sind immunstimulierend.  Für die Wirkung gegen Krebs gibt es aber  nur spärliche und lückenhafte Untersuchungen.

Auch der Löwenzahn wird als Unkraut bezeichnet, über den sich Gartenbesitzer oft ärgern. Löwenzahn ist jedoch eine traditionelle Heilpflanze, klinische Studien gibt es bisher keine. Er wird zur Förderung der Harnbildung und bei verschiedenen Verdauungsstörungen eingesetzt. Durch die Bitterstoffe ist Löwenzahn appetitanregend und hilft bei Verdauungsstörungen. Besonders im Frühjahr empfiehlt sich eine Entgiftungskur, um den gesamten Organismus zu stärken. Löwenzahn ist zumeist gut verträglich und besitzt kaum Nebenwirkungen. Er wird auch als europäischer Ginseng bezeichnet.

Sauerampfer kommt immer mehr in Mode. Als Stichtag des letzten Erntetages gilt – wie bei Rhabarber – der 24. Juni. Ab diesem Datum nimmt die Konzentration der Oxalsäure, die Sauerampfer den bitterlichen Geschmack verleiht, zu. Das Kraut ist im Übrigen auch Bestandteil der berühmten Frankfurter Sauce. Eingelegt im Glas gilt Sauerampfer in Russland als Spezialität. Neben seinem hohen Vitamin C Gehalt haben die Inhaltsstoffe eine blutreinigende und wassertreibende Wirkung. Von Bedeutung im Sauerampfer sind ebenfalls die Bitterstoffe und die Gerbstoffe, welche die Produktion von Verdauungssäften aktivieren.

Quelle der Informationen zu den Kräutern und weitere Ausführungen unter:

https://www.phytodoc.de

Da Wild- und Heilkräuter meist sehr bitter und oft erstmal ungewohnt schmecken, sollten sie sparsam verwendet werden. Eine gewisse Grundkenntnis über die Pflanzen ist notwendig, um auch die richtigen als diese zu erkennen. Probiert doch mal einen Kräuterkurs aus. Das macht richtig Spaß und Lust auf mehr…

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen grünen und wilden Frühling!

Katja