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Bücher, die gut tun #5: Seneca

Ich habe noch einige meiner Bücher bei meinen Eltern liegen.  Nach und nach,  bei jedem Besuch, versuche ich zu sortieren: welche gebe ich weg? Welche nehme ich mit? Unter den Büchern, die ich letztens mitgenommen habe, war „Briefe an Lucilius“ von Seneca dabei. Das Buch war im Programm im Gymnasium (ich sage hier lieber nicht, wie lange ist das her ;-)) im Philosophie Unterricht und es ist DAS Buch das mich für Philosophie begeistert hat.

Im dem Buch liegt ein kleines Zettel, worauf ich mir damals einige Zitaten notiert hatte, die mir anscheinend angesprochen hatten – darunter:

Im Brief 7

Beides aber ist zu meiden. Man soll sich weder den Bösen gleich machen aus keinem anderen Grunde, als weil sie in der Überzahl sind, noch soll man zum Feinde der Menge werden, weil sie nicht gleich mit uns ist.

 

Da erinnere ich mich sehr gut, wie dieses Zitat mich geprägt hatte: damals als Jugendliche hatte ich öfter Problemen mit dem „Gruppenzwang“. Mir hat diesen Satz viel geholfen zu denken, dass was die Gruppe macht, nicht immer das „richtige“ ist. Dabei hat es mir geholfen, meinen eigenen Weg zu finden, aufzubauen, und auf meiner Meinung zu stehen. Gleichzeitig hat es mir dabei geholfen, auf den anderen zuzugehen, mich zu öffnen und andere Meinung zu hören, zu verstehen, zu akzeptieren.

Aber ich möchte hier vor allem ein weiteres Zitat erwähnen:

Im Brief 24

Denn was müssen wir das Schlimme herbeirufen und, was wir früh genug zu leiden haben, wenn es einmal da ist, vorausempfinden und uns so die Gegenwart durch die Angst vor der Zukunft verderben? Es ist unstreitig töricht, weil man vielleicht einmal unglücklich sein wird, es deswegen jetzt schon zu sein.

 

Leben mit der Angst, dass die Krankheit zurückkommt, haben wir ja schon mehrmals besonders durch Maschas Kolumne hier erwähnt. Eigentlich geht es wieder um das Thema; „im HIER und JETZT zu leben“. Eine Herausforderung, die ganz wahrscheinlich die Menschen schon immer beschäftigt hat:  zumindest, seit der Antike, denn weist Seneca ganz deutig schon darauf hin. 😉

Später in dem Brief schreibt er noch:

Für jetzt rate ich dir nur, deinen Geist nicht in jene Sorgen zu versenken; er wird abgestumpft und ermangelt der Kraft, wenn er sich erheben soll.

 

In diesem Sinne wünschen wir euch noch eine tolle, spannende und erfolgreiche Woche!!

Anne

PS. Beitragsbild  by Ikhsan Sugiarto on Unsplash

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