Bücher, die gut tun #4: Der Kleine Prinz

Bücher, die gut tun #4: Der Kleine Prinz

Letztens, im laufenden eines Gesprächs, erwähnte mir jemanden (danke! 😉 ) Saint Exupéry und seinen  Kleinen Prinz. Wir redeten über Beziehungen, Freundschaften, Partnerschaften, und wie wichtig es ist für eine Person, sich zu öffnen: das ist ja die bekannte Begegnung des kleinen Prinz mit dem Fuchs. Das ist der kurze Wendepunkt in dem Buch, wo der kleine Prinz sich an seine Rose errinert, die er auf seinen Planet hinter sich gelassen hat, in der Suche nach Freunden.

Hier einen kurzen Ausschnitt:

  • »Was bedeutet ›zähmen‹?«
  • »Du bist nicht von hier«, sagte der Fuchs, »was führt dich her?«
  • »Ich suche die Menschen«, sagte der kleine Prinz. «Was bedeutet ›zähmen‹?«
  • »Die Menschen«, sagte der Fuchs, »sie haben Waffen und sie jagen. Das ist ärgerlich! Sie halten sich auch Hühner. Das ist ihr einziges Interesse. Suchst du Hühner?«
  • »Nein«, sagte der kleine Prinz. »Ich suche Freunde. Was bedeutet ›zähmen‹?«
  • »Das wird oft ganz vernachlässigt«, sagte der Fuchs. »Es bedeutet ›sich vertraut miteinander machen‹.«
  • »Vertraut machen?«
  • »Natürlich«, sagte der Fuchs. »Du bist für mich nur ein kleiner Junge, ein kleiner Junge wie hunderttausend andere auch. Ich brauche dich nicht. Und du brauchst mich auch nicht. Ich bin für dich ein Fuchs unter Hundertausenden von Füchsen. Aber wenn du mich zähmst, dann werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzigartig sein. Und ich werde für dich einzigartig sein in der ganzen Welt …«
  • »Ich verstehe allmählich«, sagte der kleine Prinz. »Da gibt es eine Blume … ich glaube, sie hat mich gezähmt …«

Nach diesem Gespräch dachte ich, ich sollte das Buch mal wieder lesen! Was ich dann an dem Abend gemacht habe. Das Buch wird oft als Kinderbuch bezeichnet (und so hatte ich dem gelesen, als ich eigentlich 12 Jahre alt war), aber im Kleinen Prinz gibt es viele Analogien, jeder kann für sich philosophische und psychologische Bedeutungen entdecken.  Zwei weitere Analogien finde ich besonders berührend (es gibt aber noch viel mehr!), besonders wenn man sich mit persönlicher Entwicklung beschäftigt:

Zum einen, die Baobabs, die auf dem Planet des Kleinen Prinz wachsen.

Täglich pflegt den kleinen Prinz seinen Planet. Bei den Baobabs ist es besonders gefährlich: sie sehen erstmal so aus wie junge Rosenstöcke,  und wenn man nicht aufpasst, wachsen sie doch schnell, werden riesengroß und zerstören den kleinen Planet. Deswegen ist es wichtig, täglich darauf zu achten. Wenn man sich mit persönlicher Entwicklung zusammen fasst, kann man nur denken: achte mal auf deiner „Routine“ im Alltag. Ändere die Sachen, die du ändern möchtest, indem du regelmäßig dafür etwas tut, in der Richtung, wo du hingehen möchtest. (ich sehe da deutlich meine acht Sonnengrüße regelmäßig! Im Alltag verbringe ich damit nicht so viel Zeit – aber nach einer Woche macht das schon für meinen Körper einen riesen Unterschied!)

Der Kleine Prinz - die Baobabs

Zum anderen, die Wüste:  der Pilot begegnet den kleinen Prinz in einer Wüste, wo er gerade an seinem Flugzeug werkelt,  das ausgefallen ist.  Er macht sich gerade richtig Sorge, weil er denkt, dass er eigentlich sterben wird, er hat ja nämlich kein Wasser mehr. Aber der Prinz ermutigt ihm und regt ihm an: der Pilot musst doch in der Wüste suchen und nicht sofort abgeben, man weiß  ja nie, man so eine Wüste verbergen kann! Und der Pilot findet ja ein Wasserbrunnen…

Ist die Wüste unseres „ ich“? Sucht doch mal bei euch rein, nimmt Zeit euch zu entdecken, hört auf euch zu, was kann noch in uns sich verbergen? Sicherlich einen  immensen Reichtum! Ist das, was der kleine Prinz uns da sagen möchte?

Android Pie; U+2764 U+FE0F; Emoji Aus diesem Sinne wünsche ich euch allen einen tollen Freitag! Android Pie; U+2764 U+FE0F; Emoji

Bis ganz bald,

Anne

 

PS: Beitragsbild von Andrew Neel für Unsplash