Maschas Kolumne

So viele Fähigkeiten, keiner soll es wissen

Meinen Lebenslauf schicke ich sehr häufig herum, deshalb muss ich ihn auch sehr oft aktualisieren, auf dem Laufenden halten. Zum Thema Bewerbungen gibt es viele verschiedene Empfehlungen, Coachings, man weiß, dass man den Lebenslauf an den Empfänger anpassen muss, usw.

In meinem Fall stellte sich einmal die Frage, ob ich meine Erziehungszeit von über zwei Jahren aufliste. UND: Erwähne ich die Therapiezeit nach der Krebsdiagnose (Chemo, OP, Bestrahlung, Antikörper, etc), während der ich krank geschrieben war.

Vor Kurzem habe ich mich zu einer Bewerbung beraten lassen und nahm mir ganz fest vor, dass an der Erwähnung meiner zwei längeren Unterbrechungen im Lebenslauf nicht zu rütteln ist. Denkste! Der smarte und erfahrene Berater hat mir gleich klar gemacht, dass er die Erwähnung meiner Erkrankung und der damit verbundenen Schwerbehinderung als ein „auf die Tränendrüse Drücken“ empfindet. Und dass ich so keine Chance bei der Auswahl der Jury hätte. Und die Erziehungszeit hat sowieso nichts im Lebenslauf verloren.

Das genügte und ich strich beide Punkte aus dem Text.

Nach Abschluss und Absenden der Unterlagen beschlich mich aber schnell eine sehr unangenehmes Gefühl. Ich ärgerte mich über den Berater, der gar nicht das Ausmaß der beiden Ausfälle ermessen kann. Ich ärgerte mich darüber, dass es scheinbar in der Gesellschaft nur Tod oder „auf die Tränendrüse Drücken“ gibt, aber nicht die Tatsache, dass eine Frau, die viel durchgemacht hat auch zeigen möchte, wie stark ihre Motivation ist, weiter zu arbeiten und auch den Wunsch hat, etwas zu erreichen.

Scheinbar sind dies nur Attribute für gesunde, kinderlose Männer.

Und scheinbar zählt es auch nichts, wenn Frau mit Glatze berufliche Termine wahrnimmt. Oder mit Kind unterm Arm zu beruflichen Veranstaltungen abends rennt.

Wie ist Eure Meinung dazu? Habt Ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht? Lasst es uns wissen…

 

Mascha

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